Montag, 23. Dezember 2013

How to be a good mother....

Ein toller Artikel im Guardian von Suzanne Moore. Mit vielen beruhigenden und damit hilfreichen Einsichten wie beispielsweise "No child died of crying; my mum told me that." oder "Put a lock on your bedroom door if you want sex. Ever again."

Freitag, 20. Dezember 2013

Faux Pas

Im mamablog gibt es heute eine Fortsetzung der "Symptome des Elternseins": 20 weitere Symptome, an denen man/frau untrüglich erkennt, dass man nun Kinder hat, ausgwählt aus den Kommentaren der Leser. Ja, man erkennt sich wieder, liebevoll und manchmal peinlich berührt. Nr. 12 (ein Glas zur Tischmitte schieben) hatte ich während eines Geschäftsessen mit meinem damaligen Chef, einigen Kollegen und Geschäftspartnern. Dabei habe ich nicht nur ein Glas, sondern nahezu alle "gerettet".
Mir fällt noch eine weitere Peinlichkeit ein: Nach einem dreiviertel Jahr, das ich fast ausschließlich mit Kind verbracht habe und in dem ich - mangels Gesprächspartnern und um dem Kind die Faszination der Sprache zu vermitteln- nahezu alles kommentiert habe, was ich tat, hatte ich ein Gespräch mit meinem Chef in der Agentur, in die ich zurückzukehren gedachte. Am Ende des Gespräches, alles war geregelt und wir waren kurz vor der Verabschiedung, stand ich auf und entschuldigte mich mit den Worten: "Ich muss mal eben Pipi machen." Lange war ich schon nicht mehr so rot geworden.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Die Gier der Kinder

Die Größe (mengenmäßig) der Wünsche verläuft nicht proportional zur Körpergröße, eher umgekehrt. So sind die Wünsche in Masse vermutlich am größtenbei einer Körpergröße von 1m bis 1, 25m. Wie schon im letzen Jahr hat der kleine Mann, als es um den Wunschzettel für Weihnachten ging, uns den Katalog (88 Seiten) des hiesigen Spielzeuggeschäfts hingelegt, in dem nahezu alles angekreuzt war. Auch zu Nikolaus schöpfte er aus einer monströsen Masse an Vorschlägen, was ihm der gute Mann denn bringen sollte. Auf den dezenten Hinweis, dass der Nikolaus lediglich Kleinigkeiten in einen Schuh legen würde, war die Antwort der größte Stiefel im Haus.

Stiefel von Männlein (5) und Schuh von Schwester (12)
Das ist kein Grund zur Sorge versichert mir Wikipedia, sondern völlig normal: "Fehlende Dankbarkeit und unstillbares Verlangen nach immer neuen elterlichen Leistungen wie z. B. Spielsachen ist eine der zentralen Auffälligkeiten der Kinder, die in ihre Praxis kommen. Während die Eltern das kindliche Begehren unnötiger Dinge oft als Verhaltensstörung deuten, argumentiert Mogel, dass dieses eine natürliche Gegebenheit sei, die weder kuriert werden könne, noch kuriert zu werden brauche. Das Kind müsse allerdings erlernen, seine Sehnsüchte durch Selbstbeherrschung unter Kontrolle zu bekommen und nicht sein Verhalten davon leiten zu lassen." so die amerikanische Familientherapeutin Wendy Mogel.
Dunkel erinnere ich mich, dass auch bei Schwester in dem Alter Bescheidenheit kein zweiter Vorname war. Im Gegenteil.

Donnerstag, 28. November 2013

Quality-Time

Leider läuft der Film hier nicht, möchte ihn aber definitiv sehen. "Eltern" von Robert Thalheim, laut Spiegel (Nr. 48/25.11.13) "Komödie und Horrorfim in einem". Der Essay von Claudia Voigt über diesen Film ist durchaus lesenswert. Vor allem der Teil, der von dem selbstgemachten Druck der Eltern handelt, mit ihren Kindern "Quality-Time" verbringen zu wollen, zu müssen.
"Es ist im großen Reden über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bisher viel zu kurz gekommen, wie viel Spaß es macht, mit den eigenen Kindern zusammen zu sein. Dass man ihnen gern mal nach der Schule die Haustür öffnet, um auf den ersten Blick zu wissen, dass die Lateinarbeit nicht so gut gelaufen ist, und um mit einer Umarmung die Sache etwas leichter zu machen. Es geht darum, dass Kinder von wichtigen Dingen nie auf Knopfdruck erzählen, sondern eher so nebenbei. Und darum, dass ein gemeinsam vertrödelter Nachmittag Nähe und Glück bedeuten kann. Um es in alles Deutlichkeit zu sagen: Quality-Time ist Schwachsinn. Die existiert nur auf dem Papier irgendwelcher Soziologen. In Familien führt der Druck, Quality-Time miteinender verbringen zu müssen, zu Anspannung und Streit."
Irgendwie tröstlich, finde ich.

Montag, 25. November 2013

High intensity long distance Ausdauertraining oder Reisen mit Kleinkind.

Imagine: Plus Kinderwagen plus Kleinkind.

Gestern fuhr ich mit dem Zug zu einer Freundin. Der Zug war gerammelt voll und nur mit etwas Glück erwischte ich noch einen freien Platz, eingequetscht zwischen zwei bestzten Klappsitzen. Mir gegenüber sitzt ebenfalls eingequetscht auf einem Klappsitz eine Frau mit einem ca. 14 Monate alten Mädchen auf dem Schoß. Vor ihr steht der Kinderwagen, rechts und links sitzen Menschen auf dem Weg zur Arbeit, eine Frau im Business-Kostüm und ein Mann im Anzug. Das Kind auf dem Schoß der Frau quengelt, will nicht dort sitzen. Es wirft den Kopf vor und zurück und versucht sich aus der Umarmung der Mutter zu befreien. Diese aber hält das Kind fest und versucht es zu beruhigen, was leider nicht klappt. Das Kind beginnt nun, den gesamten Oberkörper hin und her zu werfen, trifft dabei immer wieder die beiden Nachbarpassagiere, die ärgelich aufblicken. Es beginnt zu schreien, panisch versucht die Mutter, es weiterhin zu beruhigen. Dann fängt das Kind an zu treten, wobei es wiedrum hauptsächlich die Nachbarn erwischt. Diese versuchen, ein wenig wegzurücken, aber es ist zu eng. Schließlich lässt die Mutter das sich windende und schreiende Kind auf den Boden. Dort steht es, hält sich am Kinderwagen fest und versucht einige wackelige Schritte, natürlich um sich dabei an den Beinen der Nachbarn entlangzuhangeln. Diese sind sichtlich genervt. Der Zug ruckelt und das Kind fällt hin. Ohrenbetäubendes Geschrei. Die Mutter zwängt sich zwischen Kinderwagen und Nachbarbein hindurch, schnappt sich das brüllende Kind und versucht es zu trösten, was auch für kurze Zeit gelingt. Dann aber geht es wieder von vorne los: Das Kind will runter, windet sich, schreit, schlägt, tritt. Die Mutter wird panisch, ist mit ihrem Latein am Ende, schwitzt....
Eineinhalb Stunden später muss ich aussteigen. Sie noch nicht. Ihre Fahrt geht weiter. Die Situation ist unverändert. Mein Mitgefühl ist bei ihr.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Ess-Stress

Foto aus "Der Struwwlpeter" von Dr. Heinrich Hoffmann

 Der Mamablog widmet sich heute einem Thema Essen, bzw. gibt fünf Tipps, wie man Stress am Esstisch vermeiden und unterbinden kann. Zu diesen 5 Tipps gehören:
1. Klare Tischregeln
2. Kein Nörgeln und Jammern über das Essen
3. Ausdauer (wenn das Kind das Essen verweigert)
4. Erwachsenengespräche führen
5. Gelassenheit

Ich denke, dass schlechtes Benehmen bei Tisch immer eine Phase ist, ein Aufbegheren gegen Regeln - wie auch in vielen anderen Situationen, in denen der kleine Mensch immer mal wieder Grenzen austestet. Dem kann man am besten mit Konsequenz begegnen (wie in anderen Situationen auch), um grenzwertiges, störendes Verhalten nicht zu unterstützen, sondern dem entgegenzuwirken. Grundsätzlich ist es hilfreich, davon auszugehen, dass kein Kind als "Nichtesser" geboren wird. Im Gegenteil. Nahrung ist überlebenswichtig. Und grundsätzlich ist es hilfreich, dem Kind von Anfang an zu vermitteln, dass Essen lustvoll ist. Dass es schön ist, Essen zu dürfen (unter Einhaltung gewisser Regeln), statt essen zu müssen.
Punkt 4 der Tipps gehört für mich nicht dazu, denn ein nettes, geselliges Miteinander beim Essen ist Bestandteil einer Esskultur, die Spaß macht. Und bei der jeder mitreden kann, oder?

Freitag, 25. Oktober 2013

Freistilringen mit dem Kindersitz.

Eine der längsten Disziplinen der Ironmom ist das Freistilringen mit dem Kindersitz. Es beginnt kurz nach der Geburt und endet erst nach ca. 5-6 Jahren mit Erwerb der ersten Kindersitzerhöhung und der Fähigkeit des Kindes, den Sicherheitsgurt selbst anzulegen und zu verschließen.
Es ist mir ein absolutes Rätsel, warum es abertausende von Erfindungen gibt, die einem das Leben erleichtern, die aber nahezu spurlos am Thema Kindersitz vorbeigegangen zu sein scheinen.
In erster Linie liegt es an den jeweiligen Gurtverschlüssen, die man irgendwie aber passgenau ineinander operieren muss, damit sich die höhenverstellbaren (der nächste Fluch) meist dynamischen 3-Punkt/5-Punkt-Gurte irgendwann in die Schnalle fügen. Hierzu sind in der Regel mindestens 3 Versuche notwendig, bei denen man sich schweißgebadet, in ungünstiger Körperhaltung über der Rückbank hängend, fluchend abplagt.  Erschwert wird diese Disziplin, wenn das Kind partout nicht kooperieren will (was eher die Regel, denn die Ausnahme ist), sich schreiend dreht und wendet und den kleinen Körper wutentbrannt versteift oder in die unmöglichsten Positionen wirft. Die Frage, warum das Kind dies (immer wieder und wieder) tut, ist äußerst schwierig zu beantworten. Die einen meinen, es handle sich um einen Machtkampf. Andere führen die Beengtheit durch den Sitz als solchen ins Feld. Ich denke, vielleicht liegt es aber noch an etwas anderem: Das Kleinkind sieht Dinge, die wir nicht sehen. Es halluziniert. Wo wir einen ganz normalen Kindersitz sehen, sieht das Kleinkind vielleicht etwas derartiges:
Scary Monster.
Da es unfähig ist, dies zu artikulieren, wird sich diese Theorie schlecht bewahrheiten lassen. Darauf kommt es aber nicht an. Viel ausschlaggebender ist doch, dass, wenn man diese Theorie akzeptiert, das Verhalten des Kleinkindes deutlich mehr Sinn zu machen scheint. Und man daher vielleicht nicht mehr ganz so hilflos dasteht. Verschwitzt natürlich immer noch.

Dienstag, 22. Oktober 2013

30 Gründe, einen Wutanfall zu bekommen.

Neulich war eine Freundin mit ihrer 3jährigen Tochter zu Besuch. Diese wurde in regelmäßigen Abständen von Wutanfällen heimgesucht. Das erinnerte mich an die Zeit, als der kleine Herr ähnliches Verhalten an den Tag legte und wir immer wieder aufs Neue überrascht waren, was so einen kleinen Menschen an den Rande der Verzweiflung bringen konnte.

1. Ich gebe ihm die falschen Socken.
2. Seine Schwester schaut ihn an.
3. Seine Schwester schaut ihn nicht an.
4. Ich mache die Autotür zu früh auf.
5. Seine Haare tun im weh.
6. Wir verstehen nicht, was er sagt.
7. Die Gummibärchen sind zu hart.
8. Er darf nicht mit dem messerschafen Messer spielen.
9. Ich gebe ihm den falschen gelben Stift.
10. Das Zeichentrickmännchen darf keine grüne Hose anhaben.
11. Er kann die Wassermelone nicht tragen.
12. Kein Hund wartet vor dem Supermarkt.
13. Ein Hund wartet vor dem Supermarkt.
14. Seine Zunge ist zu salzig.
15. Er hat einen Schluckauf.
16. Er springt vom Sofa und keiner guckt.
17. Jemand berührt ihn am Arm.
18. Das kleine Auto, das grüne aus dem Ü-Ei, dass er vor 3 Monaten bekommen hat, ist weg.
19. Seine Schwester geht zur Schule.
20.  Kartoffeln sind ekelig.
21. Der Legostein passt nicht in die Spardose.
22. Die Jacke stinkt.
23. Seine Schwester erzählt etwas.
24. Ich spreche ihn an.
25. Der Stuhl ist im Weg.
26. Der Pudding bleibt nicht auf dem Löffel, wenn man ihn schräg hält
27. Sein Jackenärmel berührt den Daumen.
28. Die Eiswürfel in der Apfelschorle sind geschmolzen.
29. Die Apfelschorle ist nicht kalt genug.
30. Alles ist zu heiß.

Freitag, 18. Oktober 2013

Nochmal Herdprämie oder "was gibt's heute zu essen?"

Wenn's nach den Kindern ginge: Das Auge isst ja bekanntlich mit...

... und gesund sollte es auch noch sein.

 Unter den ganzen Veränderungen, die ein Umzug von der Hauptstadt in den Süden des Landes mit sich bringt, habe ich eine gewaltig unterschätzt: Die Tatsache, dass die Kinder nahezu jeden Mittag zu Hause sind. Und natürlich was zu essen haben wollen. (In Berlin war die Kita ganztags und die Schule hatte einen Hort - für beide Kinder gab es also Mittagessen außer Haus). Hier stellt sich jeden Mittag nun die gleiche Frage: "Was gibt es zu essen?". Kreativität ist gefragt, vor allem, wenn man nicht direkt nach dem Frühstück wieder hinterm Herd stehen will. Und Fastfood sowie Fertiggerichte auf Dauer auch keine Lösung sind.
Montag und Dienstag ist kein Problem (da gibt's die Reste vom Wochenende). Aber dann? Spiegelei bzw. Pfannkuchen kann man mal machen, aber nicht dauernd.
So bin ich zum Fertiggerichte-Pimper geworden: Eine Tütensuppe wird mit frischem Gemüse gepimpt. Ebenso das TK-Hühnerfrikasse. Oder die Tiefkühlpizza. Zu TK-Pommes oder Fischstäbchen gibt's Möhren, Paprika oder Gurke. Und aus Spinat läßt sich mit Sahne und geriebenem Käse im Handumdrehen eine Super-Suppe machen.
Wer traut sich und outet sich noch als Fertiggerichte-Pimper? Über weitere Ideen würde ich mich nämlich sehr freuen.


Montag, 14. Oktober 2013

Dinge, die man als Mutter lernt.

Heute geht es im Mamablog um 10 Dinge, die man als Mutter lernt.
Dazu gehören:
1. Schlafmangel ist Folter, die man...
2. durchaus irgendwie überleben kann.
3. Verständnis für die Ängste und Sorgen der eigenen Eltern.
4. Erschließung neuer Themengebiete im Interesse der Kinder (Fußball u.a.)
5. Handwerks- und Handarbeitstalent und damit verbunden ...
6. neue (oft kostengünstigere) Hobbies wie beispielsweise Moster- oder Prinzessinnenkostüme aus alten Bettlaken herstellen statt Pilates-Abo im Fitnessstudio.
7. Kurzzeit-Entspannungstaktiken (Badewanne)
8. Selektives Vergessen kombiniert mit ...
9. dauerhaftem Erinnerungsvermögen wichtiger Kleinigkeiten.
10. Die Erkenntnis, dass man es irgendwie immer schafft. Meistens sogar besser, als vorab befürchtet.

Ich denke, es gibt aber noch einige weitere Learnings:

11. Die Entdeckung der Langsamkeit oder Geeeeeeeduld.
"Mal eben auf die Schnelle" war gestern, heute wird gewartet. Ob auf das Anziehen der Jacke, das Zubinden der Schuhe, das Holen wichtiger Dinge wie Kuscheltier oder Insektenlupe. Oder auf wichtige Entdeckungen ("Guck mal, ob die Schnecke wohl auf die Straße kriecht?" oder Beobachtungen (Leert der Müllwagen nur die eine Mülltonne, oder die anderen zehn auch noch?)
12. Ganz neue Formen von Humor. Mitlachen beispielsweise, wenn das Kind aus vollem Halse lacht.
Oder Lachen, weil das Kind so unfassbar drollig ist. Lachen über Sprachverwirrungen und fantastische Wortkreationen ("Mama, wie macht die Nikrobelle das Essen warm?"). Auch eine neue Art von Schadenfreude tritt auf den Plan, nicht die böse, missgünstige, sondern eine stille, weil mitfühlende. (Trotzdem hat es seeehr komisch ausgesehen.)
Last but not least eine Art Galgenhumor sich selbst gegenüber. Wenn wieder einmal alles schiefgeht, was schiefgehen kann, bleibt einem manchmal gar nichts anderes über als zu lachen. Weil man sonst verzweifeln würde. Was aber erfahrungsgemäß auch gar nichts bringt.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Mamablog und Denkfehler

Der Mamablog ist immer wieder lesenswert. Heute erklärt Rinaldo Dieziger höchst amüsant die "5 Denkfehler, die Sie besser Mama überlassen":
1. Männer wollen immer nur das Eine.
2. The Promille Bias
3. Mama ist die Beste
4. The Ironing Fallacy
5. Social Proof

Man muss lachen, wenigstens schmunzeln, denn welche Frau (pardon: Mutter) erkennt sich hier nicht an der ein oder anderen Stelle wieder. Mir ging es jedenfalls so.
Und mir fiel auch noch ein weiterer "Denkfehler" ein:

6. Mütter sind von Natur aus schön.
Das sind sie, keine Frage. Genauso, wie jede Frau schön ist. Oder sein kann. Ein Fehler ist allerdings, zu denken, das "Natur" bedeutet, sich gehen zu lassen. Ein "bad hair day" ist völlig ok, wenn er die Ausnahme ist, statt die Regel. Gleiches gilt für Körperpflege generell. Und für die Kleidung. Jogginghosen sind prinzipiell in Ordnung, können sogar sexy sein, bekleckerte Oberteile in der Regel nicht, aber auch hier gibt es Ausnahmen. Der Denkfehler liegt, glaube ich darin, zu denken, dass Äußerlichkeiten nun völlig egal sind. Denn das wäre sehr schade und ein wenig unfair. Sowohl dem Mann gegenüber als auch in eigener Sache.

Dienstag, 1. Oktober 2013

"Der will doch nur spielen!" oder: Vom Umgang mit aggressiven Kindern.

Wie viel Aggression ist noch normal?


In der aktuellen Nido (10/2013) beschäftigt sich ein Artikel mit „aggressiven“ Kindern. Schnell wird klar, dass es zu diesem Thema (wie zu unzähligen anderen auch) zwei nahezu unversöhnliche Lager gibt. Auf der einen Seite die Liberalen, die, wie der dänische Erziehungsberater Jesper Juul, für einen entspannten Umgang mit dem „Problem“ plädieren. Und auf der anderen Seite die Hardliner, wie der Bonner Jugendpsychiater Michael Winterhoff (mit dem es parallel im aktuellen Spiegel 25.09.2013 ein Interview gibt), die ein Mehr an Disziplin fordern.
Leider gibt keine Seite eine konkrete Antwort auf die Frage, was denn nun ein wirklich aggressives Kind ausmacht. Ist bereits ein Wutausbruch an der Supermarktkasse oder der eskalierende Geschwisterstreit wegen eines Spielzeuges Vorbote einer unheilvollen Entwicklung hin zum selbigen? Oder ist es eine zu lasche Erziehung, die bereits bei den Kleinsten Entwicklungsverzögerungen verursacht, um sie später peu à peu zu sozial inkompatiblen Ego-Monstern zu machen, denen nicht mehr beizukommen ist, so die These Winterhoffs.
Wie viel Aggression ist normal? Und gehört ein gewisses Maß an Aggression nicht zur kindlichen Entwicklung dazu, um eigene Grenzen zu erfahren und überhaupt erst zu erlernen? Beispielsweise beim notwendigen Geschwisterstreit oder bei der Erfahrung, dass man nicht alles kriegt, was man will ( s. auch Quengelware).
Viel entscheidender ist doch der Umgang mit dem zu Recht manchmal aggressiven Kind.
Idealerweise begreift man „Aggression als Kommunikationsangebot“ (Nido). Auf das man am besten gelassen aber ernsthaft reagiert. So kann man dem Kind signalisieren, dass man es ernst nimmt „ich verstehe, ja dass du wütend bist“, sein Verhalten (Schlagen, Boxen, Beißen o.ä.) aber nicht toleriert. Man kann dem Kind anbieten, seine Wut erst einmal woanders rauszulassen (z.B. ins Kissen schlagen, boxen, beißen) oder man geht das Thema jovialer an: „Sogar wenn ein kleines Kind seine Eltern boxe, solle man lachend entgegnen: „Hey, gut geboxt. Mach noch mal! Und dann sag mir, was dich ärgert!““ (Nido). Das klingt doch vernünftig.
So oder so - das beste Lehrstück, wie man es NICHT machen sollte, liefert eindeutig der Film "Der Gott des Gemetzels" von Roman Polanski, der auf einem Theaterstück der französischen Dramatikerin Yasmina Reza basiert.

Montag, 23. September 2013

Typische Elternsätze

Heute gibt es im Mamablog eine nette Auflistung von Sätzen, die Generationen von Eltern immer wieder benutzen, obwohl sie sie als Kinder vermutlich selbst gehasst haben. History repeats itself - so to say.
Auch mir fallen ein paar ein:
1. Halt jetzt den Mund und iss!
2. Weil ich das sage!
3. Warte nur, bis der Papa nach Hause kommt!
4. Heb deine Spielsachen auf oder ich schmeiße sie in den Müll.
5. Wenn ihr nicht aufhört, fliegt einer raus! (bei Autofahrten, wenn Geschwister sich streiten)
6. Pass auf, deine Augen bleiben so stehen! (wenn das Kind schielt)
7. Ist nicht mein Problem!
8. Ich weiß nicht, wo du xy hingetan hast. Ich hab's nicht gehabt.
9. Ich zähle jetzt bis 3!
10. Geh und frag deinen Vater! (wenn man sich vor einer Entscheidung drücken möchte)
11. Du isst das jetzt auf, sonst gibt's keinen Nachtisch!

Wer kennt noch mehr?

Mittwoch, 18. September 2013

Die hier unten im Süden....

Das es nicht unbedingt einfach werden würde, war klar. "Die sprechen nicht nur anders, die ticken auch anders," warnte mich so manch einer, bevor wir von der Hauptstadt in den Süden des Landes zogen. Nach über einem Jahr muss ich sagen: "Ja, das stimmt!" Nicht nur die Sprache, auch viel von der Mentalität ist deutlich anders. Man ist hier mehr für sich, oder wie es Einheimische von sich selber sagen: "Mir bleibet unter sisch."
Die ganze Bandbreite, was damit gemeint war, erschließt sich peu à peu. Es fing damit an, dass Tochter sich gerne verabredet, auch an Wochenenden. Diese sind aber in den Familien ihrer neuen Freundinnen heilig. No visits at the weekends, also.
(Was einer gewissen Langeweile definitiv vorbeugen würde).
Sohnemann möchte auch gern mal besucht werden. Seit mehreren Monaten versuche ich eine Verabredung in die Wege zu leiten. Auch im eigenen Interesse, denn wie entspannend ist ein Nachmittag, wenn die Kinder friedlich spielen. Da haben sie oft deutlich mehr Spass, als wenn die Mutter alleinige Spiel- und Ansprechpartnerin ist. So meine Erfahrung aus Berlin.
Das ist hier anders. Meine unermüdlichen Versuche, andere Kitakinder zu uns einzuladen, laufen ins Leere. Diese Woche passt nicht, nächste ist auch gaanz schwierig und dann können wir nochmal sprechen. So vergehen Woche für Woche.
Gestern war es fast soweit.
Ein Mädchen (4) aus Sohnemanns Gruppe wollte ihn gern besuchen, das hatten sie in der Kita so abgesprochen. Ich sollte aber noch mal anrufen, was ich gestern abend auch tat. "Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist", so die Mutter am Telefon. "Wieso?" fragte ich, "D. wollte doch zu Besuch kommen." "Ja, aber sie war noch nirgendwo zu Besuch, daher glaube ich nicht, dass es klappt." "Noch nie bei anderen zu Besuch?" Ich konnte es nicht glauben "Aber wir könnten es doch mal versuchen?" "Nein, ich denke, es ist besser, noch ein Weilchen damit zu warten. Aber danke für Ihren Anruf und schönen Abend noch!" "Das wünsche ich Ihnen auch." Ich legte auf und war baff.
Und Sohnemann fürchterlich enttäuscht.

Donnerstag, 12. September 2013

Kinderbücher.

Wenn man jeden Tag von einer halben Stunde ausgeht, so habe ich ca. 2007 Stunden damit verbracht, Kinderbücher vorzulesen. Es gibt richtig schlechte, aber auch gaaaanz tolle. Gerade lese ich wieder so eines:


Manchmal muss ich beim Vorlesen wirklich laut lachen, z.B. als der missmutige Herr v. Guuth sein Verhältnis zu Kindern beschreibt:
"Es gab viele Gründe, weshalb Herr v. Guuth Kinder nicht sonderlich mochte. Erstens kosteten sie Geld. Man musste sie füttern und kleiden und vielleicht sogar ausbilden und erziehen lassen. Dann war da noch die Tatsache, dass sie sich nicht wie Erwachsene benahmen. Sie rannten herum und behaupteten, sie wären Könige oder Königinnen oder Flugzeuge, und hatten Freunde, die nur in ihrer Phantasie existierten. Sie stellten dumme Fragen wie zum Beispiel: "Wie viele Bohnen sind fünf?" oder schwere Fragen, wie zum Beispiel "Warum ist der Himmel blau?" Oder dumme, schwere Fragen, wie zum Beispiel "Warum heißen Mohrrüben nicht Orangen, wo sie doch genauso orange sind wie Orangen und viel früher hier waren?"
Bei den Mahlzeiten verbrachten sie genauso viel Zeit unter dem Tisch wie am Tisch oder sie rollten sich zu einer Kugel zusammen und ruckelten auf ihrem Stuhl. Mehr Essen landete auf dem Tisch, auf dem Fußboden und auf ihnen selbst als in ihrem Mund. Irgendwie gelang es ihnen, innerhalb von dreißig Minuten nach dem Anziehen ihre Klamotten dreckig zu machen. Sie sammelten Käfer und Matsch und kleine Fetzen Papier mit "wichtigen" Schnörkeln drauf. Sie redeten, wenn man wollte, dass sie still waren und sie waren still, wenn man wollte, dass sie etwas sagten. Sie rochen merkwürdig und sagten peinliche Sachen, wie zum Beispiel "Warum ist Herr Moritz noch nicht tot?", wenn Herr Moritz direkt daneben stand, oder: "Warum haben Sie so dicke Schweißflecken unter den Armen, Frau Sausgruber?", oder: "Sind Sie wirklich so dumm, wie Papi immer sagt?" Und das war erst der Anfang."
Ein tolles Buch!

Donnerstag, 5. September 2013

Neulich im Freibad oder vom Täter zum Opfer.

Idylle am Pool.

Neulich im Freibad. Die (meine) Kinder sind im Wasser, ich schaue mich um. Es ist relativ leer, verstreute Handtuchflecken mit zumeist älterem Publikum. Vor mir ist eine Buddelkiste. Ein kleiner Junge, ca. 4, befüllt mit einer Schaufel versonnen seinen Bagger. Ein etwa gleich alter Junge nähert sich, beobachtet ihn, kommt näher, fragt etwas, der Kleine schüttelt den Kopf. Noch eine Frage, erneutes Kopfschütteln. Dann greift der Junge zu und nimmt dem anderen die Schaufel einfach weg. Der fängt an zu heulen, laut und vernehmlich. Als nichts passiert, steht er auf und läuft zu seiner Mutter, die auf ihrem Handtuch sitzend, in ein Gespräch mit einer Freundin vertieft ist. Sie steht auf und lässt sich von dem Jungen, immer noch heulend, Richtung Buddelkiste ziehen. Der Junge zeigt schniefend auf den Schaufelräuber, der gerade ein Loch buddelt. Mutter und Sohn gehen hin, die Mutter beugt sich hinunter und redet mit dem Dieb. Der tut so, als ob er nix hört und buddelt katatonisch weiter. Die Mutter sagt noch etwas, wieder keine Reaktion. Daraufhin greift sie nach der Schaufel, um selbige ihrem Sohnemann wiederzugeben. Der Übeltäter brüllt "Nein!" und fängt seinerseits an zu heulen. Das ruft eine weitere Mutter auf den Plan, die prompt angelaufen kommt: "Hören Sie, Sie können Ben doch nicht einfach die Schaufel aus der Hand reißen!" Die andere Mutter ist perplex, sagt dann aber "äh, ich habe ihn zwei Mal gebeten, meinem Sohn seine Schaufel wiederzugeben, aber er hat gar nicht reagiert." Beide Jungen heulen. "Deshalb können Sie sie ihm noch lange nicht einfach wegnehmen." "Entschuldigen Sie, das hat er doch bei meinem Sohn auch gemacht." "Das kann nicht sein, so etwas tut Ben nicht." "Doch, " schnieft der ursprüngliche Schaufelbesitzer "der hat die mir wetdenommen". "Stimmt das, Ben?" fragt die Ben-Mutter. Ben schüttelt den Kopf. "Sehen Sie, er sagt, er hätte sie ihm nicht weggenommen." "Wohl" sagt der andere. "Komm, Ben, sei so lieb, gib die Schaufel wieder her." Ben versteckt sie hinter seinem Rücken. Die Mutter bückt sich und bittet erneut. Trotziges Kopfschütteln. "Bitte, jetzt gib die Schaufel wieder her. Du bist doch kein Dieb, das weiß die Mama doch. Und wenn der andere Junge dich nicht damit spielen lässt, dann kauft dir Mama heute eben eine eigene Schaufel." Ben rückt die Schaufel raus, rennt dann grinsend zum Handtuchplatz und ruft: "Komm Mama, Schaufel kaufen!"
Ich bin fassungslos.

Mittwoch, 4. September 2013

Urlaub ... äh, Ferien ... sind fast vorbei.


Es gab schöne Tage in den Bergen und jede Menge Zeit am und im Wasser. Es gab Highlights (Männlein kann jetzt schwimmen, die Kinder halten eine 5stündige Bergwanderung durch, die Große ist zum ersten mal verliebt), viele perfekte Momente aber auch anstrengende Stunden ("Mama, was machen wir jetzt?" (gefragt gefühlt alle 3 Minuten), "Jetzt hört doch auf euch zu streiten!" (nach einer halben Stunde unaufhörlichem Gezanke wegen DEM Stock, DEM Stift oder DEM EINEN Abziehbild). Und es gab die Erkenntnis, dass man, je weniger man sich einmischt, tatsächlich um so mehr in Ruhe gelassen wird. Manche Dinge regeln sich eben doch von alleine.

Donnerstag, 1. August 2013

Wutbürger







Neulich im Supermarkt: Das Unvermeidliche nahm seinen Lauf. Der ca. 4jährige stand vor der Quengelware neben der Mutter, die damit beschäftigt war, die Einkäufe auf das Band zu räumen. "Mami, kann ich eine Schokolade haben?" "Nein, du hattest eben erst ein Eis." "Aber ich will!" Die Mutter ignoriert. "Mama, eine kleine nur." "Ich habe NEIN gesagt." "Bitte Mama!!!" (Der Ton wird fordernder). Die Mutter ignoriert. "MAMA! Nur eine." "Neein". Der Kleine beginnt heulend auf die Mutter einzuschlagen. "Ich will aber MAAAMAAA!" Er greift eine Schokolade, die Mutter nimmt sie ihm wieder weg und legt sie zurück. Das war zu viel. Laut brüllend wirft sich der Kleine auf den Boden. "Scheiß Mama!" brüllt er aus vollem Halse, tritt, heult, schreit. nun bin ich aber gespannt.
Die Mutter bleibt seltsam gelassen. Sie beugt sich zu dem Kleinen hinunter und fragt in sehr aufgeregtem Tonfall "Hey, wo ist er denn? Schau mal, schnell, sonst ist er weg!" Verdutzt hört der Kleine auf zu heulen. Die Mutter legt noch einen hinterher. "Mensch, guck mal, wie der rennt. Schnell, schnell, willst du den Wutteufel nicht fangen, sonst ist er weg!"
Der Kleine wischt sich die Tränen aus den Augen und blickt aufgeregt in die Richtung, in die Mutters Finger zeigt. "Ich seh ihn nicht." Die Mutter nimmt ihn auf den Arm, sie suchen gemeinsam.
"Mist, ich glaub der ist abgehauen. Aber beim nächsten Mal kriegen wir ihn, oder?" Beide lächeln sich an.

Montag, 15. Juli 2013

Muttitasking

Durga - die Göttin der Vollkommenheit? Oder Symbol des Muttitaskings?


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Muttitasking (noun.)

Der Begriff Muttitasking bzw. Mehrprozessbetrieb bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems (Mutter) mehrere Aufgaben  (Tasks) (quasi-) nebenläufig auszuführen (ohne nennenswerte Hilfe des Vaters). Im Allgemeinen bietet der Prozessor (Mutter-Organismus) hierzu auch unterstützende Hardware-Strukturen (Gehirnfunktionen). Die verschiedenen Prozesse werden in so kurzen Abständen immer abwechselnd aktiviert, dass der Eindruck der Gleichzeitigkeit entsteht. Muttitasking ist somit ein Synonym für Zeit-Multiplexverfahren. Besitzt ein Computer (Mutter) mehrere CPU-Kerne (Konzentrationsebenen), so dass er mehrere Aufgaben echt-gleichzeitig ausführen kann, so spricht man von Multiprocessing. 
 (Quelle: Wikipedia)
Aber:
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Effizienz beim Bearbeiten verschiedener Aufgaben abwechselnd in kurzen Zeitabschnitten im Vergleich zur seriellen Bearbeitung sinkt. Wissenschaftler und Philosophen kritisieren die Verbreitung von Muttitasking, weil die kulturellen Leistungen der Menschheit, die wie die Philosophie eine „tiefe kontemplative Aufmerksamkeit“ erfordern, mit Muttitasking nicht möglich seien.
(Quelle: Wikipedia)
Auch sei die reine Ausschliesslichkeit, mit der Muttitasking betrieben wird (nämlich zumeist ohne Einbeziehung bzw. Hilfe des Vaters) kontraproduktiv, da sie einerseits zu chronischen Ermüdungserscheinungen und Ungerechtigkeitsempfindungen führt und andererseits den Vater von vorneherein ausschließt. Besser sei es, einige wesentliche Aufgaben des Muttitaskings auszulagern und in den Verantwortungsbereich des Vaters zu verlegen.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Auch Mütter haben erotische Fantasien???

Haben sie?
Sie haben.
Nur unterscheiden sie sich von den Fantasien davor. Als Mütter noch nicht 24 Stunden am Tag Gewehr bei Fuß - pardon - Brust für Kind bereithalten mussten, permanent müde waren und ihr Körper noch ihnen gehörte. Sie sich hübsch und manchmal gar verführerisch bzw. verrucht fühlten, wenn sie abends an der Bar einem Mann leidenschaftliche Blicke zuwarfen, statt mit Schatten unter die Augen durch die eigenen vier Wände zu streifen, um selbige vor dem Chaos am liebsten verschließen zu wollen. Damals trug man Push-Up Bhs, nicht die Stillvariante. Ein paar Tropfen Parfum auf dem Dekoltee, nicht Breiflecken. Man wusch sich noch jeden Tag die Haare, benutzte Wimperntusche und Lippenstift,  bestand doch die theoretische Möglichkeit, im Supermarkt auf Mr. Right (oder Mr. Night) zu treffen. Und wenn nicht, dann träumte man sich ihn herbei.
Mit Baby bzw. Kleinkind sehen erotische Fantasien anders aus. Wie genau, weiß ich nicht mehr, aber vielleicht so:








Bildquelle: www.mommyshorts.com

Dienstag, 9. Juli 2013

Wenn das Kind nicht essen will...

Funny Food: Taliban-Wiener in Blätterteig.

 ... hilft irgendwie nicht viel. Meiner Erfahrung nach. Und wir haben einiges probiert, um den Kindern gesunde Nahrung (oder überhaupt Nahrung) schmackhaft zu machen. Wir haben wie die Wilden püriert, Gesundes in Ungesundem "versteckt", Essen gefärbt oder lustig arrangiert, Geschichten erfunden ("oh, jetzt bist du ein Dinosaurier und kannst Bäume (Brokkoli) essen.") und sogar vor Erpressung nicht haltgemacht. (Nachtisch erst, wenn Teller leer oder "erst aufessen sonst gibt's kein Fernsehen!"). Das wenigste hat was gebracht. Außer der Erkenntnis, dass Kleinkinder über Wochen tatsächlich ohne nennenswerte Mangelerscheinungen von Nudeln leben können. UND, dass es (wie fast alles) eine Phase ist. Und - wie ich gestern las - sogar eine biologisch begründete, quasi natürliche Entwicklung:

"Being a picky eater is part of what it means to be a toddler. We have since learned that there are developmental reasons why kids between one and three years of age peck and poke at their food. After a year of rapid growth (the average one-year-old has tripled her birth weight), toddlers gain weight more slowly. So, of course, they need less food. The fact that these little ones are always on the go also affects their eating patterns. They don't sit still for anything, even food. Snacking their way through the day is more compatible with these busy explorers' lifestyle than sitting down to a full-fledged feast."
 => www.askdrsears.com - A trusted Ressource for Parents

Montag, 1. Juli 2013

Schlaf, Kindchen, Schlaf!

Bei Geburt unserer Großen waren Beistellbettchen sehr en vogue. Viele Mütter lobten es als eine Möglichkeit, "allein im eigenen Bett und trotzdem nah beim Kind" zu sein. Auch als Schutz vor plötzlichem Kindstod, dem Schreckgespenst aller frischgebackenen Eltern, schien es gute Dienste zu leisten, da man nachts ja nah am Kind war. Knallharten Vertretern des "Bondings" (der frühkindlichen Bindungstheorie) ging das Beistellbettchen allerdings eine Nummer zu weit. Sie plädierten dafür, das Kind im Ehebett nächtigen zu lassen, denn nur so "sei größtmögliche Nähe und notwendiger Körperkontakt gewährleistet". Der plötzliche Kindstot bzw. der Schutz dagegen war auch hier ein wichtiges Argument.
Mittlerweile hat auch hier der Fortschritt Einzug gehalten. Die Babyphones werden immer sensibler bei größerer Reichweite (unser erstes hatte eine Reichweite von 150 Metern(!!!) und war extrem störanfällig, da reichte schon das Walky Talky des Nachbarjungen) und mittlerweile hält die Sensormatte Einzug ins Babybett.

Wow, was die alles kann:

"Bei der xy Platinum Edition handelt es sich um das erste 3-in-1 Baby-Überwachungsgerät mit Touchscreen Bedienung. Angelcare setzt mit diesem Angebot neue Maßstäbe bei der Babyüberwachung. Das neue Hightech-Gerät kombiniert die Leistungen, die ein hochwertiges Babyphon aufweist, mit einer sensiblen Bewegungskontrolle. Ergänzt wird das Gerät durch eine hochqualitative Videoüberwachung. Angelcare ist es damit gelungen, die drei wichtigsten Überwachungsfunktionen in einem einzigen Gerät zu vereinen. Über das Touchscreen des Empfängers können sämtliche Funktionen sehr einfach ausgewählt und bedient werden. Sie haben Ihr Baby dank Infrarot-Nachtsicht- und Gegensprechfunktion rund um die Uhr im Blick."

Ferner verfügt sie über:

"Kristallklare Gegensprechfunktion – zur Beruhigung des Babys von der Elterneinheit aus.
Temperatur-Sensor – informiert Elterneinheit sofort über Temperaturschwankungen im Babyzimmer
+ Schlafliedfunktion – als Einschlafhilfe können 5 verschiedene Schlaflieder über die Elterneinheit gesteuert werden."

Big Mama is watching you! Und das rund um die Uhr!!! Mütter von heute brauchen scheinbar gar keinen Schlaf mehr

Da kann ja jetzt - Sensor sei Dank - nichts mehr passieren.

Wobei: Gestern las ich in der aktuellen brand eins (Heft 7, Juli 2013) in der Rubrik "Die Welt in Zahlen", dass die Zahl der plötzlichen Kindstodfälle 3 mal höher ist, wenn die Kinder im Bett der Eltern schlafen, als wenn sie in der Wiege schlafen. (8 Fälle pro 100 000 Geburten vs 23 Fälle pro 100 000 Geburten)
Das fand ich jetzt doch überraschend. Über die Zahl der Sensormatten-Schläfer stand da leider noch nichts.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Password!

In Amerika gab es einen 8jährigen Jungen, der von einem fremden Mann angesprochen wurde, er solle sofort mitkommen, es sei etwas passiert und seine Mutter hätte gesagt, er solle ihn holen. Darauf fragte der Junge nach dem Passwort. Die anschließende Verwirrung nutzte der Junge dann, um weg zu rennen, da er mit seiner Mutter ein Passwort ausgemacht hatte, falls sie jemals jemanden schicken würde, um ihn abzuholen. Vielleicht hat das dem Jungen das Leben gerettet.
SO EINFACH. SO SIMPEL.
Macht mit euren Kindern auch ein Passwort aus. Vielleicht macht es die Welt eurer Kinder ein bisschen sicherer.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Wehret den Anfängen.

"Maaami, aber ich will...!!"

Neulich habe ich gelesen, dass kleine (deutsche) Kinder im Schnitt 9mal quengeln, bis ihnen dann doch der Wunsch erfüllt wird. Ich weiß, dass wer im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen sollte,
frage mich aber doch, was da schief läuft. Entweder, man erfüllt den Wunsch gleich (dann erspart man sich und anderen die 9malige Tortur) oder man bleibt bei seinem Nein. Denn welchen Lerneffekt hat das sonst fürs Kind? Quengeln lohnt? Das kann doch eigentlich wirklich keiner wollen, oder?

Mittwoch, 12. Juni 2013

Eine kleine "Not"-Lüge mit überraschender Wirkung.

Das allabendliche "Ins-Bett-bringen" - oft ein leidiges Thema. Wenn es sich mal wieder hinzieht und das "mit-einem-guten-Buch-und-einem-Glas-Wein-gemütlich-auf-dem-Sofa"-Szenario in weite Ferne rückt oder - aufgrund von hoher Gereiztheit und Müdigkeit - gar auszufallen droht, weil man das/die Kinderzimmer völlig ermattet erst weit nach 21 Uhr endgültig verlassen kann.
Eine befreundete Mutter aus Amerika erzählte mir kürzlich, wie sie sich dieses Problems entledigt hatte, very simple and effective, wie sie sagte.
Sie erzählte ihren Kindern (3 und 6), dass die Regierung ein neues Gesetz erlassen hätte: Es sei nun per Gesetz verboten, dass Mütter nach 20 Uhr noch irgendwelche Mütter-Jobs erledigen dürften. Sie sagte ihren Kindern, dass sie bis dahin liebend gern alles mit ihren Kindern machen würde, Abendessen, baden, Bücher lesen, Geschichten erzählen - also das komplette Mutterprogramm. Um 20 Uhr müsste sie dann aber Feierabend machen.
Sie erzählte, die Familie hätte plötzlich ein erstaunliches Gefühl für Zeit entwickelt, der 6jährige lernte die Uhr und auch die 3jährige hatte es auf einmal sehr eilig, sich nach dem Abendessen bettfertig zu machen, um noch einige Bücher und Geschichten zu hören. Auch die Hilfsbereitschaft des Ehemann nahm deutlich zu, schwante ihm doch, dass er, wenn es später würde, er die Kinder ins Bett bringen müsste. Mittlerweile sind ihre Kinder älter, das 20 Uhr-Gesetz wurde etwas erweitert, aber der Grundgedanke, dass die Mutter nicht unbegrenzt verfügbar ist, hat sich gehalten, so sagte sie. Der Trick liege darin, so sagt sie, dass man den anderen nicht sagen würde, was sie zu tun hätten (was ja oft sowieso eher gegenteilige Wirkung hat), sondern dass das Gesetz für einen selber gelte, und man es lediglich für sich selbst verantworten müsse, wenn man es nicht einhält.
Klingt gut, finde ich.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Neulich in Nancy: Ironmoms Auszeit.

Pfingstferien. 2 Wochen. 1 Woche fahren die Kinder zur Oma und wir nach Nancy. Endlich einmal ohne Verpflichtungen sich einfach durch eine Stadt treiben lassen, innehalten, hinsetzen auf einen Cafè du lait in einem kleinen Straßencafe, bummeln, ein Glas Weißwein auf einem romantischen Plätzchen dans la Cité, verweilen, lesen, schauen. Gänzlich ohne Gequengel und Genörgel. Und vor allem: Ausschlafen. So hatten wir uns das vorgestellt. Leider spielte das Wetter nicht mit. Es regnete. Drei Tage ohne Unterlass.
Dennoch tat es gut. Nancy ist eine wunderschöne Stadt. Verwunschene Gassen, pittoresque Plätze, bunte Markthallen, quirlige Menschen. Balsam für Augen, Seele und den Körper:

Austern und Weißwein...


...und andere Leckerbissen, in den Markthallen von Nancy.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Die Werbung ist ein lächelndes Aas. Teil 2.



In der aktuellen "Zeit" (No.20, vom 8. Mai 2013) gibt es einen sehr aufschlussreichen Artikel ("Kauf, Kleine, kauf") über Marketing, das Kinder als Zielgruppe im Fokus hat. Und über die Mechanismen, die die kleinen Erdenbürger als mündige Konsumenten gezielt anspricht. Denn während früher gegessen wurde, was auf den Tisch kam, haben die emanzipierten, lieben Kleinen heute ein Wörtchen mitzureden. Und das tun sie meistens laut und nachdrücklich.
So ist es nicht nur die "Quengelware", die geschickt an der Kasse plaziert, Müttern den Schweiß auf die Stirn und das Geld aus der Tasche treibt. Nein, es ist ein gigantischer Markt, mit Umsätzen in Milliardenhöhe. Allein der "Naggingmarkt" (to nag = nörgeln, quengeln) bringt Umsätze in Höhe von ca. 70 Milliarden Euro jährlich. Denn "So viel Geld geben Eltern in Deutschand jedes Jahr aus, weil sie von ihren Kindern vollgequengelt werden". (laut Zeit)
Asche über mein Haupt: Auch ich leiste regelmäßig meinen Beitrag in Form von Fruchtzwergen, Ü-Eiern und Cookie Crisps.

Freitag, 3. Mai 2013

Die neue Brigitte MOM

hat mich drin:


Aber ohne mich zu informieren.
Gehört das so?????
(Ich hasse dieses Cover! Das Buch ist nicht rosa, eher knallhart blau)

Montag, 29. April 2013

Rat? Schläge!

Das sind mir die liebsten: Wohlmeinende Ratschläge anderer Mütter.

Exactly!

Montag, 22. April 2013

Die tut nix. Die will doch nur spielen.

Mütter auf Spielplätzen - ein Thema für sich. Der Mamablog widmet dem Phänomen einen lesenswerten und amüsanten Beitrag: Alptraum Spielplatz
Obwohl viele Mütter Spielplätze hassen, fühlen sie sich doch bemüßigt, auf selbigen permanent im Dienste und zum Schutze des Kindes einsatzbereit zu sein, anstatt es sich fernab auf einer Bank mit Zeitung/Buch gemütlich zu machen und die freie Zeit weitestgehend zu genießen.
Obwohl das für beide besser wäre, da sind sich Pädagogen, Erziehungswissenschaftler und sogar Spielplatzexperten einig. So bezieht Günter Belzig (seit 40 Jahren weltweit erfolgreicher Spielplatzarchitekt) im Interview in Nido (6/2010) eindeutig Stellung:


„Aber die Eltern müssen schon auf dem Spielplatz dabei sein, oder?

In Rufweite – bei kleinen Kindern. Aber tatsächlich plädiere ich für unbeaufsichtigtes Spielen. Ich möchte es schaffen, dass ein Kind auf dem Spielplatz so sein kann wie es ist, ohne das jemand daneben steht. Was ist denn Spielen? Zweckfreies neugieriges Suchen und Entdecken, experimentieren, an die Grenzen gehen. Dafür braucht man Freiheit, Raum und vielleicht Mitspieler. Aber man braucht bestimmt keine Mutter, die mit im Sandkasten sitzt und dann die tolleren Kuchen formt. Und auch keinen vater, der am Klettergerüst steht und ruft: „Jetzt trau dich doch!“ Es ist kein Zufall, dass die meisten Unfälle im Beisein des Vaters passieren.

Mama und Papa also möglichst weit weg?

Ja, bitte. Schnappen Sie sich eine Zeitung, setzen Sie sich auf die Bank. Und greifen Sie nicht andauernd ein."

Auch der Deutschlandradio-Beitrag: Bitte landen! Von Helikoptereltern und ihren Kindern. liefert erhellendes zum Thema: "Wieviel Einmischung darf's denn bitte sein?" 
Und plädiert dafür, die Kinder einfach mal in Ruhe ihre eigenen (lebenswichtigen) Erfahrungen machen zu lassen.

Freitag, 19. April 2013

Neue Tischregeln.

Na, denn: Prost Mahlzeit.

Um gemeinsame Mahlzeiten für alle zu einem möglichst angenehmen Erlebnis zu machen, ist die Einhaltung gewisser Regeln unumgänglich. Waren die noch in meinen Kindertagen recht streng, so tendiere ich aufgrund meines Naturells und meiner Erfahrung dazu, es etwas lockerer zu handhaben.
Unser Regelkatalog hat daher folgende "Aufweichungen" erfahren.

Alte Regel: Wir kommen mit sauberen Händen an den Tisch.
Neue Regel: Wir kommen nicht ohne Hose an den Tisch.

Alte Regel: Keine Ellenbogen auf den Tisch.
Neue Regel: Kein Lego, keine Autos, Plastikpistolen und dreckige Socken auf den Tisch.

Alte Regel:Die Serviette und Gabel liegen links vom Teller, das Messer und Getränk rechts.
Neue Regel: Das Essen bleibt auf dem Teller, nicht rechts und links von ihm.

Alte Regel: Warte mit dem Essen, bis Mama am Tisch sitzt.
Neue Regel: Wenn Mama endlich sitzt, wird nicht mehr rumkommandiert, sie solle dieses und jenes noch holen.

Alte Regel: Halte die Hand vor den Mund und entschuldige dich, wenn du aufstoßen musst.
Neue Regel: Keine Rülpswettbewerbe während der gesamten Mahlzeit.

Alte Regel:  Während der gesamten Mahlzeit bleiben die Hände auf dem Tisch.
Neue Regel: Während der gesamten Mahlzeit bleiben alle Finger aus der Nase.

Alte Regel: Man zeigt nicht mit dem Besteck auf Leute.
Neue Regel: Man ersticht nicht seine Geschwister mit dem Besteck.

Alte Regel: Wer fertig ist mit dem Essen, fragt, ob er aufstehen darf und räumt seinen Teller ab.
Neue Regel: Wer fertig ist mit dem Essen, rennt nicht sofort zum Kühlschrank und brüllt: "ICH WILL EIN EIS MIT STREUSELN!"

Die Einhaltung gewisser Tischregeln sind für mich eine Form von Respekt gegenüber demjenigen, der das Essen gemacht hat. Und sie können dazu beitragen, die Mahlzeiten zu einer halbwegs erfreulichen Angelegenheit zu machen. Daher verzeichne ich es schon als einen gewissen Erfolg, wenn die Kinder nicht ohne Hose am Tisch sitzen und sich nicht gegenseitig mit dem Besteck malträtieren. Eine Verschärfung der Regeln kann man dann immer noch einführen.

Bis das soweit ist, genehmige ich mir noch ein extra Glas Wein, um den Anblick der von Sohnemann geschmähten und auf dem Tisch verteilten Speisen, während er seiner Schwester zubrüllt, sie dürfe Lightning Mac Queen nicht berühren, besser ertragen zu können.

Mittwoch, 17. April 2013

So kann man das auch sehen....


Vielleicht bliebe noch hinzuzufügen:
8. You never know with whom in your bed you wake up in the morning.

Freitag, 12. April 2013

Lügen haben kurze Beine: Exakt 35 cm lang.

Unser Kleiner (4) war schon immer recht fantasievoll. Auf die Frage, woher das Matchboxauto stamme, welches ich direkt nach der Kita in seiner Hosentasche fand, erklärte er mir, er hätte es gekauft. "Aha," sagte ich, "ihr wart also mit der Kita im Spielzeuggeschäft?", was er vehement bejahte. Auf die Frage, woher er denn das Geld habe, kam die Erklärung, dass sie vorher in der Schweiz arbeiten waren (Anm.: Sein Papa arbeitet in der Schweiz) und dann direkt mit dem Zug zum Spielzeugladen gefahren seien, wo sich dann jedes Kind von seinem Arbeitslohn etwas hätte kaufen können. Innerlich laut schmunzelnd, erkläre ich ihm dennoch, dass er keinesfalls Spielzeug aus der Kita "klauen" dürfe. Das wisse er, so sagte er, sie hätten es aber gekauft, von eben dem Arbeitslohn aus der Schweiz. Ein wenig stolz berichtete ich am Abend dem Vater von der Geschichte und fügte hinzu, dass man ja wisse, dass Kinder mit dem 4. Lebensjahr auch die Fähigkeit zur Lüge entwickelten. Und dass Entwicklungspsychologen belegen, dass die Fähigkeit zu Lügen an die intellektuelle Entwicklung gekoppelt ist. Will heißen: Kann ein Zweijähriger schon lügen, darf dies als Zeichen früher Reife gelten. Kann ein Fünfjähriger es noch nicht, muss man ein besorgniserregendes Entwicklungsdefizit vermuten. Wer lügen kann, hat nämlich das Konzept der Wahrheit begriffen – die Voraussetzung dafür, dass man eine alternative Realität zu dem als wahr Erkannten entwerfen kann.
Der Stolz über unseren fantasiebegabten Sohnemann schwand aber mit der Zunahme seiner "Lügengeschichten". Nie war er schuld, immer die anderen. "Ich war es nicht" – daran wurde auch dann noch festgehalten, wenn es ganz offensichtlich nicht stimmen kann. Nie hat er zuerst geärgert, nie etwas weggenommen oder kaputtgemacht, nie etwas verbummelt, nichts verschüttet, nicht gekleckert. Selbst an der fürchterlichen Unordnung in seinem Zimmer, die unter rätselhaften Umständen jeden Nachmittag entsteht, wenn nur er sich darin aufhielt, trägt er keine Schuld. "Das waren die kleinen Monster" tönt es empört aus seinem Mund. "Welche Monster?" "Na, die drei, die immer alles durcheinander machen!" "Ach so", sagte ich und beschloss, ihn mit den eigenen Waffen zu schlagen. Als er am nächsten Tag aus der Kita kam, hatten die drei Monster wieder sein Zimmer verwüstet. Er war fürchterlich sauer, hatte er doch am Vorabend noch eigenhändig (mit Papas Hilfe) aufgeräumt. "Du warst das!" motzte er mich an. "Nein, das waren die drei Monster." "Stimmt gar nicht!" "Dooch! Willst du die Monster sehen?" Ein kleinlautes, zögerliches "Ja" war die Antwort.
"Komm, ich zeig sie dir, ich hab sie nämich fotografiert."

Das Beweisfoto: Das "Chaos-Infernale-Trio" nach getaner Arbeit.


Mittwoch, 10. April 2013

Mütter und das liebe Geld.

Viele Mütter/Frauen hassen es, von ihren Männern finanziell abhängig zu sein. Sie möchten gern auch "ihren Beitrag" leisten und nicht unemanzipierter Empfänger von Haushaltsgeld-Transferleistungen sein. Tückischerweise kommt in vielen Fällen aber nicht mehr als ein "Zuverdienst" (s. voriger Beitrag) dabei rum.
Dabei dreht es sich auch immer wieder um die Frage, welche Arbeit wie viel wert ist. Erwerbsarbeit vs. Hausarbeit, Minijob vs. Managergehalt, Präsenz im Hause (bringt monetär rein gar nix, macht aber Arbeit) vs. Präsenz am Arbeitsplatz (bringt Geld, macht auch Arbeit)
Welche Möglichkeiten es gibt, das Haushaltseinkommen gerechter auf die unterschiedlichen Arbeitsmodelle (sie kocht, wäscht, putzt, erzieht die Kinder, jobbt nebenher, etc., er sitzt in Meetings, schreibt emails und telefoniert etc.) zu verteilen, dazu äußert sich Rinaldo Dizienger auf sehr amüsante Weise im Mamablog.

Die beruflich erfolgreiche Mutter...

... ist Medienliebling, Vorzeigeexemplar und probates Druckmittel in einem. Beruflich erfolgreich meint nicht die lediglich erwerbstätige Mutter (in Voll- oder Teilzeit), sondern die, die Karriere machen und dazu noch ausgesprochen gut verdienen. Natürlich gibt es sie, keine Frage, aber wahrscheinlich eher in der Minderheit. Die Mehrheit arbeitet lediglich und verdient mittelmäßiges Geld (in vielen Fällen also "etwas dazu").
Beispiel gefällig? Einer guten Bekannten, studiert, verheiratet und Mutter zweier Kinder (7 und 3) bot man nach Geburt von Kind zwei eine ernst zunehmende Abfindung, damit ihr Arbeitgeber ihre Stelle möglichst schnell mit einer "belastbaren, flexiblen und zuverlässigen" Arbeitskraft neu besetzen könne. Sie bleib drei Jahre zu Hause, mal mehr mal weniger unglücklich. Nun bekommt sie eine "Super-Chance" für den Neueinstieg: Sachbearbeiterin, 4 Tage die Woche à 6 Stunden (von 10 bis 16 Uhr) für 2000 Euro brutto. Die anfängliche Vorfreude wandelte sich durch eine einfache Rechnung in Skepsis.
Sie, schlechte Steuerklasse 5, zahlt monatlich ca. 400 Euro Steuern, bleiben noch 1600. Da es in ihrer Kleinstadt keinen Schulhort gibt, braucht sie Betreuung für Kind eins, das um eins von der Schule kommt. Sie bräuchte also an 16 Tagen im Monat einen Babysitter von kurz vor 1 bis ca. 17 Uhr, da der Weg zur Arbeit ca. eine Stunde hin und eine zurück dauert. Insgesamt also 16 mal 5 Stunden bezahlte Kinderbetreuung für Kind 1, also 80 Stunden. Findet sie einen guten Babysitter für 10 Euro die Stunde, macht das 800 Euro für den Babysitter. Kind 2 könnte länger in der Kita bleiben (bis 16 Uhr und müsste dann vom Babysitter abgeholt werden). Die durch eine Erhöhung der Kitastundenzahl anfallenden Kosten belaufen sich auf 100 Euro mehr Beitrag pro Monat + Gebühren für Mittagessen in der Kita. Eine Mahlzeit kostet 3 Euro. Macht insgesamt 148 Euro an Kitamehrkosten. Unterm Strich bleiben von den 2000 Euro brutto ca. 600 Euro übrig. Damit landet sie nach ihren eigenen Worten "knapp über Minijobniveau" und sie fragt sich, ob es das wert sei. Klar, sie will nicht überheblich klingen und sie hat zum Glück einen Mann, der gut verdient. Uns sie hasst es und schämt sich, von ihm finanziell abhängig zu sein. Natürlich möchte sie gerne ihr eigenes Geld verdienen, aber zu welchem Preis? Oder ist das Jammern auf hohem Niveau? I don't know.

Donnerstag, 4. April 2013

Die Trotzphase - eine deutsche Erfindung?

Neeeeiiiiiiin!

 Im vorletzten Spiegel (Nr. 13/2013) gab es einen recht interessanten Artikel der amerikanischen Journalistin Pamela Druckermann, die seit vielen Jahren mit Mann und Kindern in Paris lebt und den französischen Erziehungsstil plus deren Resultate äußerst interessant und erforschenswert findet.
Ausgangspunkt war die Beobachtung, die sie während eines lang zurückliegenden Frankreichurlaubs mit französischen Kindern machte:
Druckermann:"Wir waren im Sommerurlaub in Westfrankreich, die Kleine war anderthalb. Weil wir in einem Hotel wohnten, aßen wir mittags und abends auswärts. Bald merkten wir: Es ist die Hölle. Unsere Tochter schmiss mit Sachen um sich, krabbelte aus dem Hochstuhl...
Spiegel: So ist das eben mit kleinen Kindern.
Druckermann: Das dachte ich auch. Aber es war nur mit unserem Kind so. Alle anderen Kinder, die französischen nämlich, saßen brav auf ihrem Stuhl. Sie hielten ganze Drei-Gänge-Menüs durch. Am Tisch dieser Familien herrschte ein freundlicher, entspannter Ton. Da habe ich mir gesagt: Das will ich auch. Ich will lernen, wie man seine Kinder so erzieht."
Etwas weiter: "In der Krippe sitzen Zweijährige am Tisch und essen Salat, Hauptspeise, Käse und Obst. Wie geht das? Oder die Tobsuchtsanfälle. Ich habe hier in der Öffentlichkeit nie Tobsuchtsanfälle kleinerer Kinder gesehen. Nur die meiner eigenen. Warum?"
Druckermann beschließt, dem Phänomen auf die Spur zu kommen und  beginnt die Unterschiede des französischen und des amerikanischen Erziehungsstils zu untersuchen. Denn laut einer in ihrem jüngsten Buch "Warum französische Kinder keine Nervensägen sind - Erziehungsgeheimnisse aus Paris" zitierten Studie empfinden amerikanische Eltern aus Ohio die Elternschaft als doppelt so anstrengend wie Mütter in Rennes, Frankreich.
Dabei kommt sie zu interessanten Ergebnissen. Französische Eltern, so Druckermann, setzen klare Grenzen, die den Rahmen abstecken, in dem dann aber Freiheiten erlaubt sind. Als Beispiele nennt sie, dass beim Essen alles probiert, aber nichts aufgegessen werden muss. Oder dass das Kind abends um acht in seinem Zimmer verschwinden muss. Ob und was es dort noch eine Weile machen darf, bestimmt es selbst. Also außen ein fester Rahmen, aber innen Freiheit.
Klingt eigentlich gut. Könnte es tatsächlich so sein, dass die hier vielzitierte Trotzphase hausgemacht ist? Eine deutsche Erfindung, die in keinem Erziehungsratgeber fehlen darf? Weil sie so viel erklärt und entschuldigt? Ein Blick ins französische Wörterbuch ist diesbezüglich recht informativ. Für das Wort "Trotzphase" gibt es keinen entsprechenden Eintrag. Im englischen übrigens auch nicht.

Donnerstag, 21. März 2013

Wutmenschlein & Terrorzwerg

Trotziges Kind im Vigeland Park, Oslo

 Auf der Brigitte Mom Homepage finden Ironmoms nützliche Strategien im Umgang mit wütenden Kleinstkindern, einer permanent zu absolvierenden  knallharten Geduldsprobe.  Siehe: Brigitte Mom: Wutanfälle und Krawall
Besonders gut hat mir der "Überraschungsangriff", die "Entwaffnung" und die "Zermürbungstaktik" gefallen. Alles Taktiken, die man selber höchstwahrscheinlich auf die eine oder andere Art und Weise im Umgang mit den eigenen Nachkommen mehr oder weniger erfolgreich angewendet hat.
Eine weitere (oft erfolgreiche) Taktik fällt mir in diesem Zusammenhang noch ein: "der Kinderflüsterer", um nervtötendem Gequengel und Geschrei bei Wutausbrüchen Paroli zu bieten. Je lauter die Kinder quengeln oder schreien, desto leiser werde ich. Ein geflüstertes, mantraartig wiederholtes "Ich bin bereit dir zuzuhören, wenn du bereit bist normal zu reden" hat schon oft Wunder gewirkt. Ich vermute, weil es zwei Fligen mit einer Klappe schlägt. Zum einen vermittelt es dem Kind, dass man eigentlich daran interessiert ist, was es zu sagen hat (wenn es das vernünftig tut). Zum anderen ermöglicht es der Mama, sich komplett herauszuhalten, wenn das Kind es nicht tut.

Freitag, 8. März 2013

Kleinkunst

Gestern stand eine eher künstlerische Disziplin im Vordergrund des zu absolvierenden Nachmittagsprogrammes. Getreu dem Picasso-Zitat "Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben."
(Pablo Picasso, 1881-1973) haben wir gemalt.
Malende Kinderhände gehört mit zum niedlichsten, was es gibt. Die Ergebnisse natürlich auch. Die habe ich in einem dicken Ordner gesammelt. ( Nicht alle, aber ganz viele.) Und der steht im Schrank, was eigentlich schade ist, weil man sie dann so selten sieht. Aber das lässt sich ja ändern. Indem der kleine Mann mit Stoffstiften auf Stoff malt. Und Papa ein neues T-Shirt bekommt.

Papas neues Piratenshirt...
... mit Piratenschiff, Regen, Sonne und Vögeln.
Und als Rohskizze.

Donnerstag, 7. März 2013

Live von der Trainingsfront: Athletinnen berichten...


 Name:
Kerstin
Mama von:
Sara ( 9 Monate)
Stadt:
Dortmund
Beruf:
Grundschullehrerein

Wenigstens sie kann schlafen.


Wie sieht ein normaler Wochentag/dein Alltag mit Kind aus?
Im Moment grau und trostlos, etwas, was es irgendwie zu bewältigen gilt. Aber der Arzt hat mir versichert, dass die Medikamente bald anschlagen würden. Seit ca. 5 Wochen wache ich jede Nacht auf und kann nicht mehr einschlafen. Erst war es so gegen 5, dann gegen 4 und jetzt meist so um kurz nach 3. Dann liege ich da, hellwach, mein Herz rast, ich bekomme nicht gut Luft und ich habe Angst: Angst, nicht wieder einzuschlafen, Angst, dass ich, wenn ich nicht schlafe, den Tag nicht schaffe, Angst vor der Müdigkeit, Angst vor der Verantwortung, Angst vor der Angst.
Wenn Sara dann so gegen halb 7 aufwacht (sie schläft durch), bin ich bereits fix und fertig. Mechanisch versuche ich den Tag mit Baby zu bewältigen. Ich verstand das alles nicht, ist Sara doch ein absolutes Wunsch- und Traumkind. Irgendwann konnte auch mein Mann mir nicht mehr helfen, schlimmer noch, mich nicht verstehen. Verzweifelt ging ich vor einer Woche zu meiner Frauenärztin, der ich von meinen Nöten erzählte. Sie sagte etwas von einer „Postnatalen Depression“, die gar nicht mal so selten auftrete, und überwies mich sofort zum Neurologen. Dort bekam ich das Gleiche gesagt und ein Medikament (Antidepressivum) verschrieben. Das nehme ich jetzt seit 4 Tagen und wünsche mir nichts sehnlicher, als dass es bald wirken möge. Damit diese Hölle aufhört und ich mein Kind genießen, wieder schlafen kann und wieder Freude am Leben habe.



Was ist eine postnatale Depression?
Oh, da weiß ich jetzt Bescheid. Anders als der sog. Baby-Blues, der bei vielen Müttern kurz nach der Geburt auftritt und nach wenigen Tagen meist von selbst wieder verschwindet, tritt die PND (postnatale Depression) meist später auf, bis zu 6 -11 Monaten nach der Geburt. Ca. 15 % der Mütter erwischt es. Typische Symptome sind: traurige Verstimmung, Freud- und Interessenlosigkeit an ihrer Umgebung, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen und Appetitverlust.
Die fast immer auftretenden Schlafstörungen werden oft nicht erkannt,
weil der Schlaf sowieso unterbrochen ist durch die Versorgung des Säuglings. Selbst in Ruhephasen finden die Betroffenen aber nicht in den Schlaf
hinein und können sich so von ihrer ohnehin sehr anstrengenden Aufgabe
als neue Mutter nicht erholen und geraten in eine immer tiefere Erschöpfung hinein.
Dazu kommt dann die Scham, weil es doch eigentlich ganz anders sein sollte.
Über die Ursachen ist man sich nicht ganz einig, die meisten Fachleute sehen es als Zusammenspiel mehrerer Faktoren: die radikale Lebensumstellung plus Schlafmangel plus die hormonelle Umstellung und damit verbundene biochemische Prozesse (Ausschüttung oder fehlende Ausschüttung von Botenstoffen).

Und was kann man dagegen tun:
Mein Neurologe hat mir Antidepressiva verschrieben, die zuallererst einmal biochemische Prozesse wieder in normale Bahnen lenken sollen. Wenn das geschieht (hoffentlich bald, denn sie brauchen wohl einige Tage, um anzuschlagen), würde das Grau erst einmal verschwinden, ich würde wieder schlafen können und diese wahnsinnige Angst würde verschwinden, sagt er. Über eine psychotherapeutische Behandlung könne man dann nachdenken.
So sieht er die Reihenfolge.

Ich wünsche Dir, dass das ganz bald passiert. Was wünschst du dir am meisten?
Dass es aufhört. Dass ich wieder ein ganz normaler Mensch werde und mein Leben mit dem Kind genießen kann. Dass das Grau aus meinem Leben verschwindet und es hell wird. Wieder ein eben mit Höhen und Tiefen und nicht mehr ein tiefes Tal der Dunkelheit. Ich bin schon froh, dass ich weiß, was es ist und nicht mehr zu allem Überfluss auch noch die Angst haben zu müssen, verrückt zu sein. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mein Kind anlachen zu können, mich an ihm, mit ihm zu freuen. Über unser Leben als ganz normale kleine Familie. Das ist mein größter Wunsch. Alles andere ist Nebensache.



Montag, 4. März 2013

Nachtrag zu Kesselflicker in da house: Mitgemacht hat was gebracht.

Ich hab's getan! Mich einfach mal so verhalten, wie die Kinder. Nicht aus Berechnung, sondern spontan. Mit überraschendem Resultat. Aber eins nach dem anderen: Gestern nachmittag, der übliche Streit war in der Anbahnungsphase. "Gib das her! Das ist meeeeiiins!" hörte ich den kleinen Mann kreischen. Gleich darauf ein zweites Mal. "Aber ich hatte das zuerst!" - die Große, die natürlich genau weiß, wie man einen Streit anzettelt. "Mamaaaah, L. gibt mir nicht mein Auto wieder!" heulte es aus dem Wohnzimmer. Das Geheule kam näher, steht in der Tür. Ich also mit. "L., warum gibst du ihm nicht sein Auto?" "Weil J. meinen Stift weggenommen hat!" "Hab ich nicht!" "Hast du doch!". Das übliche Anschuldigungs-Ping-Pong. Auf einmal überkam es mich. Mit einer hastigen Bewegung zog ich der Großen das Haargummi aus dem Pferdeschwanz, lief ins Kinderzimmer des kleinen Herren und nahm das neben dem Bett liegende Vorlesebuch an mich. Beides trug ich unter den verdutzten Augen Kinder in mein Arbeitszimmer, begleitet von meinem lauten Wehklagen: "Das ist meins. Ich will das haben. Weil ich hatte das zuerst." Dann schrie ich die Große an: "Wieso nimmst du immer meine Sachen?" Dasselbe wiederholte ich bei dem Kleinen. Und noch lauter: "Das ist MEINS!" und knallte die Tür hinter mir zu. Ich schluchzte hinter der geschlossenen Tür, so deutlich wie ich konnte, dann war ich still. Auch die Kinder waren still. Kurze Zeit später hörte ich ein Flüstern, sie beratschlagten also, was zu tun sei. Nach einiger Zeit klopfte es zaghaft an die Tür. Ich sagte nichts. Und wieder. Dann wurde die Tür langsam geöffnet und zwei Kindergesichter schoben sich durch den Spalt. "Mama, was ist denn mit dir los?" fragte die Große. Der Kleine war schlichtweg entsetzt. "Das ist alles meins!" heulte ich, dann musste ich plötzlich über die verdatterten Gesichter lachen. Die Kinder auch. Irgendwie schienen sie erleichtert. Und haben sich tatsächlich für den Rest des Nachmittages vertragen. Ob's aber nochmal hilft, wage ich zu bezweifeln. Ist ja auch irgendwie albern.

Dienstag, 26. Februar 2013

Die Herdprämie kommt.

Sollte in keiner guten Küche fehlen.
Zu den sportlichen Herausforderungen hier unten am Bodensee gehört zweifelsohne auch die tägliche Zubereitung eines nahrhaften Mittagessens für die Kinder (inkl. Beschaffung der dafür notwendigen Lebensmittel). Denn anders als in Berlin (wo es Hort und Kitaplätze bis 17 Uhr gab, enden hier die Betreuungszeiten gegen 13 Uhr und hungrige Kinder stehen auf der Matte. Daher muss Muddi kochen und kommt sich manchmal vor wie ein Heimchen am Herd, welches der Spiegel bereits 1966 in einem gleichnamigen Artikel wie folgt definiert: "Sie wechseln die Bettwäsche zweimal wöchentlich, und ihre Kleider schneidern sie selbst. In Abendkursen lernen sie Brotbacken und Teppichknüpfen. Sie wohnen in komfortablen Vorort-Häusern, haben zwei Autos, zwei Fernsehgeräte, offene Kaminplätze und Kinder mit guten Anlagen. Sie sind zum Orgasmus fähig und dankbar für ihren 'Glauben an Gott'. Sie sind Hausfrauen und Mütter."