Bei Geburt unserer Großen waren Beistellbettchen sehr en vogue. Viele Mütter lobten es als eine Möglichkeit, "allein im eigenen Bett und trotzdem nah beim Kind" zu sein. Auch als Schutz vor plötzlichem Kindstod, dem Schreckgespenst aller frischgebackenen Eltern, schien es gute Dienste zu leisten, da man nachts ja nah am Kind war. Knallharten Vertretern des "Bondings" (der frühkindlichen Bindungstheorie) ging das Beistellbettchen allerdings eine Nummer zu weit. Sie plädierten dafür, das Kind im Ehebett nächtigen zu lassen, denn nur so "sei größtmögliche Nähe und notwendiger Körperkontakt gewährleistet". Der plötzliche Kindstot bzw. der Schutz dagegen war auch hier ein wichtiges Argument.
Mittlerweile hat auch hier der Fortschritt Einzug gehalten. Die Babyphones werden immer sensibler bei größerer Reichweite (unser erstes hatte eine Reichweite von 150 Metern(!!!) und war extrem störanfällig, da reichte schon das Walky Talky des Nachbarjungen) und mittlerweile hält die Sensormatte Einzug ins Babybett.
Wow, was die alles kann:
"Bei der xy Platinum Edition handelt es sich um das erste 3-in-1
Baby-Überwachungsgerät mit Touchscreen Bedienung. Angelcare setzt mit
diesem Angebot neue Maßstäbe bei der Babyüberwachung. Das neue
Hightech-Gerät kombiniert die Leistungen, die ein hochwertiges Babyphon
aufweist, mit einer sensiblen Bewegungskontrolle. Ergänzt wird das Gerät
durch eine hochqualitative Videoüberwachung. Angelcare ist es damit
gelungen, die drei wichtigsten Überwachungsfunktionen in einem einzigen
Gerät zu vereinen. Über das Touchscreen des Empfängers können sämtliche
Funktionen sehr einfach ausgewählt und bedient werden. Sie haben Ihr
Baby dank Infrarot-Nachtsicht- und Gegensprechfunktion rund um die Uhr
im Blick."
Ferner verfügt sie über:
"Kristallklare Gegensprechfunktion – zur Beruhigung des Babys von der Elterneinheit aus.
Temperatur-Sensor – informiert Elterneinheit sofort über Temperaturschwankungen im Babyzimmer
+ Schlafliedfunktion – als Einschlafhilfe können 5 verschiedene Schlaflieder über die Elterneinheit gesteuert werden."
Big Mama is watching you! Und das rund um die Uhr!!! Mütter von heute brauchen scheinbar gar keinen Schlaf mehr
Da kann ja jetzt - Sensor sei Dank - nichts mehr passieren.
Wobei: Gestern las ich in der aktuellen brand eins (Heft 7, Juli 2013) in der Rubrik "Die Welt in Zahlen", dass die Zahl der plötzlichen Kindstodfälle 3 mal höher ist, wenn die Kinder im Bett der Eltern schlafen, als wenn sie in der Wiege schlafen. (8 Fälle pro 100 000 Geburten vs 23 Fälle pro 100 000 Geburten)
Das fand ich jetzt doch überraschend. Über die Zahl der Sensormatten-Schläfer stand da leider noch nichts.
Montag, 1. Juli 2013
Donnerstag, 27. Juni 2013
Password!
In Amerika gab es einen 8jährigen Jungen, der von einem fremden Mann angesprochen wurde, er solle sofort mitkommen, es sei etwas passiert und seine Mutter hätte gesagt, er solle ihn holen. Darauf fragte der Junge nach dem Passwort. Die anschließende Verwirrung nutzte der Junge dann, um weg zu rennen, da er mit seiner Mutter ein Passwort ausgemacht hatte, falls sie jemals jemanden schicken würde, um ihn abzuholen. Vielleicht hat das dem Jungen das Leben gerettet.
SO EINFACH. SO SIMPEL.
Macht mit euren Kindern auch ein Passwort aus. Vielleicht macht es die Welt eurer Kinder ein bisschen sicherer.
SO EINFACH. SO SIMPEL.
Macht mit euren Kindern auch ein Passwort aus. Vielleicht macht es die Welt eurer Kinder ein bisschen sicherer.
Mittwoch, 26. Juni 2013
Wehret den Anfängen.
![]() |
| "Maaami, aber ich will...!!" |
Neulich habe ich gelesen, dass kleine (deutsche) Kinder im Schnitt 9mal quengeln, bis ihnen dann doch der Wunsch erfüllt wird. Ich weiß, dass wer im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen sollte,
frage mich aber doch, was da schief läuft. Entweder, man erfüllt den Wunsch gleich (dann erspart man sich und anderen die 9malige Tortur) oder man bleibt bei seinem Nein. Denn welchen Lerneffekt hat das sonst fürs Kind? Quengeln lohnt? Das kann doch eigentlich wirklich keiner wollen, oder?
Mittwoch, 12. Juni 2013
Eine kleine "Not"-Lüge mit überraschender Wirkung.
Das allabendliche "Ins-Bett-bringen" - oft ein leidiges Thema. Wenn es sich mal wieder hinzieht und das "mit-einem-guten-Buch-und-einem-Glas-Wein-gemütlich-auf-dem-Sofa"-Szenario in weite Ferne rückt oder - aufgrund von hoher Gereiztheit und Müdigkeit - gar auszufallen droht, weil man das/die Kinderzimmer völlig ermattet erst weit nach 21 Uhr endgültig verlassen kann.
Eine befreundete Mutter aus Amerika erzählte mir kürzlich, wie sie sich dieses Problems entledigt hatte, very simple and effective, wie sie sagte.
Sie erzählte ihren Kindern (3 und 6), dass die Regierung ein neues Gesetz erlassen hätte: Es sei nun per Gesetz verboten, dass Mütter nach 20 Uhr noch irgendwelche Mütter-Jobs erledigen dürften. Sie sagte ihren Kindern, dass sie bis dahin liebend gern alles mit ihren Kindern machen würde, Abendessen, baden, Bücher lesen, Geschichten erzählen - also das komplette Mutterprogramm. Um 20 Uhr müsste sie dann aber Feierabend machen.
Sie erzählte, die Familie hätte plötzlich ein erstaunliches Gefühl für Zeit entwickelt, der 6jährige lernte die Uhr und auch die 3jährige hatte es auf einmal sehr eilig, sich nach dem Abendessen bettfertig zu machen, um noch einige Bücher und Geschichten zu hören. Auch die Hilfsbereitschaft des Ehemann nahm deutlich zu, schwante ihm doch, dass er, wenn es später würde, er die Kinder ins Bett bringen müsste. Mittlerweile sind ihre Kinder älter, das 20 Uhr-Gesetz wurde etwas erweitert, aber der Grundgedanke, dass die Mutter nicht unbegrenzt verfügbar ist, hat sich gehalten, so sagte sie. Der Trick liege darin, so sagt sie, dass man den anderen nicht sagen würde, was sie zu tun hätten (was ja oft sowieso eher gegenteilige Wirkung hat), sondern dass das Gesetz für einen selber gelte, und man es lediglich für sich selbst verantworten müsse, wenn man es nicht einhält.
Klingt gut, finde ich.
Eine befreundete Mutter aus Amerika erzählte mir kürzlich, wie sie sich dieses Problems entledigt hatte, very simple and effective, wie sie sagte.
Sie erzählte ihren Kindern (3 und 6), dass die Regierung ein neues Gesetz erlassen hätte: Es sei nun per Gesetz verboten, dass Mütter nach 20 Uhr noch irgendwelche Mütter-Jobs erledigen dürften. Sie sagte ihren Kindern, dass sie bis dahin liebend gern alles mit ihren Kindern machen würde, Abendessen, baden, Bücher lesen, Geschichten erzählen - also das komplette Mutterprogramm. Um 20 Uhr müsste sie dann aber Feierabend machen.
Sie erzählte, die Familie hätte plötzlich ein erstaunliches Gefühl für Zeit entwickelt, der 6jährige lernte die Uhr und auch die 3jährige hatte es auf einmal sehr eilig, sich nach dem Abendessen bettfertig zu machen, um noch einige Bücher und Geschichten zu hören. Auch die Hilfsbereitschaft des Ehemann nahm deutlich zu, schwante ihm doch, dass er, wenn es später würde, er die Kinder ins Bett bringen müsste. Mittlerweile sind ihre Kinder älter, das 20 Uhr-Gesetz wurde etwas erweitert, aber der Grundgedanke, dass die Mutter nicht unbegrenzt verfügbar ist, hat sich gehalten, so sagte sie. Der Trick liege darin, so sagt sie, dass man den anderen nicht sagen würde, was sie zu tun hätten (was ja oft sowieso eher gegenteilige Wirkung hat), sondern dass das Gesetz für einen selber gelte, und man es lediglich für sich selbst verantworten müsse, wenn man es nicht einhält.
Klingt gut, finde ich.
Sonntag, 2. Juni 2013
Mittwoch, 29. Mai 2013
Neulich in Nancy: Ironmoms Auszeit.
Dennoch tat es gut. Nancy ist eine wunderschöne Stadt. Verwunschene Gassen, pittoresque Plätze, bunte Markthallen, quirlige Menschen. Balsam für Augen, Seele und den Körper:
![]() |
| Austern und Weißwein... |
![]() |
| ...und andere Leckerbissen, in den Markthallen von Nancy. |
Donnerstag, 16. Mai 2013
Die Werbung ist ein lächelndes Aas. Teil 2.
In der aktuellen "Zeit" (No.20, vom 8. Mai 2013) gibt es einen sehr aufschlussreichen Artikel ("Kauf, Kleine, kauf") über Marketing, das Kinder als Zielgruppe im Fokus hat. Und über die Mechanismen, die die kleinen Erdenbürger als mündige Konsumenten gezielt anspricht. Denn während früher gegessen wurde, was auf den Tisch kam, haben die emanzipierten, lieben Kleinen heute ein Wörtchen mitzureden. Und das tun sie meistens laut und nachdrücklich.
So ist es nicht nur die "Quengelware", die geschickt an der Kasse plaziert, Müttern den Schweiß auf die Stirn und das Geld aus der Tasche treibt. Nein, es ist ein gigantischer Markt, mit Umsätzen in Milliardenhöhe. Allein der "Naggingmarkt" (to nag = nörgeln, quengeln) bringt Umsätze in Höhe von ca. 70 Milliarden Euro jährlich. Denn "So viel Geld geben Eltern in Deutschand jedes Jahr aus, weil sie von ihren Kindern vollgequengelt werden". (laut Zeit)
Asche über mein Haupt: Auch ich leiste regelmäßig meinen Beitrag in Form von Fruchtzwergen, Ü-Eiern und Cookie Crisps.
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